Kirche San Francesco d’Assisi

Kirche San Francesco d’AssisiVia San Francesco D'Assisi, 1, 25122, Brescia (BS)
Seit 1254 steht im Herzen von Brescia eine Kirche, die eine klare Botschaft vermittelt: Nüchternheit, Glaube und Schönheit. Die Franziskanermönche errichteten sie auf einem von der Stadt gestifteten Grundstück, und sie ist eines der frühesten Beispiele franziskanischer Architektur in der Lombardei.
Im Laufe der Zeit hat sich ihr Erscheinungsbild verändert, da sie vergrößert, restauriert und nach Kriegsschäden wieder zusammengefügt wurde; doch ihr Geist ist stets intakt geblieben. Im Inneren beherbergt sie Kunst und Stille. Draußen ist das alte Kloster mit seinen Kreuzgängen noch immer die Heimat der Minoriten und ihres Postulats für Norditalien.
Ein Ort, an dem der Glaube keinen Lärm macht. Aber er hinterlässt seine Spuren.
DIE KIRCHE
Im Herzen der Altstadt, zwischen dem Corso Palestro und der Via San Francesco, befindet sich eine Kirche, die zu den frühesten Beispielen franziskanischer Architektur in der Lombardei zählt. Sie wurde 1254 auf einem Grundstück errichtet, das die Stadt den Brüdern als Zeichen der Dankbarkeit für die Wiederherstellung des Friedens in der Stadt geschenkt hatte.
Ihr Erscheinungsbild hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert: Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert gestaltete Vantini das Innere im neoklassizistischen Stil neu. Im Krieg wurde sie beschädigt, aber nicht zerstört. Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert haben ihr den mittelalterlichen Geist zurückgegeben, der sie seit jeher geprägt hat.
Gleich nebenan beherbergt das Kloster aus dem 14. Jahrhundert mit seinen Kreuzgängen nach wie vor die Minoriten und dient als Zentrum ihres Postulats für Norditalien.
Dieser stille, schlichte Ort erfüllt weiterhin die Aufgabe, die er schon immer erfüllt hat: verbinden, willkommen heißen, beschützen.





DIE FASSADE
Die Kirche weist eine schlichte, aber markante Giebelfassade aus Medolo-Stein auf, die sich durch klare Linien und Terrakotta-Bögen auszeichnet. Das skulpturierte Portal, die Zierkapitelle und die vielfarbige Rosette ziehen den Blick auf sich. An den Seiten zeugen Rundfenster und dreilappige Spitzbogenfenster auf kühne Weise vom Übergang von der Romanik zur Gotik.
Der nach dem Krieg teilweise wiederaufgebaute Glockenturm vervollständigt das Erscheinungsbild mit eleganten Doppelspitzenfenstern und gotischen Details, die die Zeit überdauert haben.
Doch der wahre Schatz befindet sich direkt neben der Kirche: die Kreuzgänge. Der größere Kreuzgang, der 1394 von Guglielmo da Frisone geschaffen wurde, ist eine perfekte Harmonie aus rotem Marmor, gotischen Bögen und Terrakotta-Verzierungen. Er hat Jahrhunderte, Umgestaltungen und sogar eine Zeit als Militärbäckerei überstanden, doch seine Identität bewahrt.
Im intimeren Madonnina-Kreuzgang können wir noch heute verblasste Fresken von Pietro Marone bewundern. Zwei weitere, etwas verstecktere Kreuzgänge vervollständigen den Komplex: still, elegant, Zeugen einer Geschichte, die nie aufgehört hat.
DER INNENRAUM
Das Innere der Kirche ist geräumig und harmonisch, mit einer traditionellen dreischiffigen Struktur, die durch gotische Säulen und Bögen unterteilt ist. Das Mittelschiff verfügt über eine dreipassige Schiffsdeckendecke, die an die venezianische Architektur erinnert, während die Seitenschiffe von eleganten Kassettendecken gekrönt werden. Alles ist so gestaltet, dass ein Gefühl von Offenheit und Kontinuität entsteht: Es wirkt fast wie ein einziger riesiger, offener Raum.
Das Presbyterium öffnet sich zum Chorraum hin mit Rippengewölben, die von Seitenkapellen flankiert werden. Die seit dem 13. Jahrhundert mit Fresken verzierten Wände haben im Laufe der Geschichte der Kirche und der Menschen, die sie durchschritten haben, mehrfach ihr Aussehen verändert.