Kirche der Heiligen Faustino und Giovita

Kirche der Heiligen Faustino und GiovitaVia S. Faustino, 74, 25122, Brescia (BS)
In Brescia nennen die Einheimischen sie „San Faustino Maggiore“; sie ist die Schutzpatronkirche der Stadt und steht in ihrer Bedeutung an dritter Stelle hinter dem „Duomo Vecchio“ und dem „Duomo Nuovo“. Sie befindet sich am nördlichen Ende der Via San Faustino, nur einen Steinwurf von der U-Bahn-Station entfernt. Ihre Geschichte? Lang, lebendig und bis heute präsent.
Ihre Ursprünge reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Seitdem hat die Kirche mehrfach ihr Aussehen verändert, bis zu der großen Umgestaltung im 17. Jahrhundert, die ihr das Erscheinungsbild verlieh, das wir heute kennen: hoch, barock, theatralisch. Aber niemals übertrieben. Sie beherbergt die Reliquien der Heiligen Faustinus und Jovita, der Schutzheiligen der Stadt, sowie die der Heiligen Honorius und Antigius.
DIE KIRCHE
Der Innenraum ist geräumig und harmonisch gestaltet, mit drei Schiffen und ohne Querschiff. Das zentrale, hellere Hauptschiff führt zum erhöhten Presbyterium mit Altar, Chor und flacher Apsis. An den Seiten befinden sich fünf Altäre pro Schiff und zwei Kapellen am Ende.
Die beiden Serlienkolonnaden sind optisch beeindruckend, mit sechs toskanischen Säulen pro Seite auf quadratischen Sockeln. Die Wände werden von Pilasterbändern aus dem 16. Jahrhundert unterbrochen. Über der Kolonnade trägt ein klassisches Gebälk ein Pavillon-Tonnengewölbe; die Seitenschiffe werden von Kreuzgewölben überragt, das Presbyterium von zwei Segelgewölben.
Zu den Fresken gehören: Sandrino im Hauptschiff, Tiepolo im Chorraum mit der Apotheose der Heiligen. Werke von Gambara, Cattaneo und Romanino vervollständigen das Ensemble.
Besonders bemerkenswert ist die Grabbeise der Titularheiligen. Weitere Schätze, wie das Triptychon des Heiligen Honorius und der berühmte „Gallo di Ramperto“, eine einst vergoldete Wetterfahne in Form eines Hahns, sind heute im Museum Santa Giulia untergebracht.
Ein Erbe, das Brescia stolz hütet.




Ph Christian Penocchio
DIE FASSADE
Die von Giuseppe Cantone zwischen 1699 und 1711 entworfene Fassade zählt zu den schönsten in Brescia. Sie besteht vollständig aus Botticino-Marmor und weist zwei Ordnungen auf.
Die untere Etage im toskanischen Stil weist das zentrale Portal auf, das von Säulen und barocken Verzierungen eingerahmt wird. In der Mitte befindet sich das berühmte „Martyrium der Heiligen Faustinus und Jovita“, geschaffen von Santo Calegari dem Älteren, sowie die Statuen der beiden Namenspatrone.
Der obere, ionische Ordnungsteil weist ein großes Fenster sowie Statuen des Heiligen Antigius und des Heiligen Honorius auf, die der Werkstatt der Calegari zugeschrieben werden. Ein niedriger, gewölbter Giebel mit seitlichen Voluten, Turmspitzen und einem zentralen Eisenkreuz rundet das Ensemble ab.