Das Capitolium

Das CapitoliumVia dei Musei, 55, 25121, Brescia (BS)
Im Herzen der Altstadt, entlang der Via dei Musei und mit Blick auf die Piazza del Foro, ist das Capitolium viel mehr als nur ein römischer Tempel: Es ist das Symbol von Brixia, die monumentale Seele einer Vergangenheit, die hier noch immer präsent ist.
Zusammen mit dem Römischen Theater, den Ausgrabungen des Palazzo Martinengo und den Überresten des Forums bildet es einen der beeindruckendsten archäologischen Komplexe Norditaliens. Eine Konzentration von Geschichte, Macht und Schönheit.
DAS CAPITOLIUM
Der Tempel wurde 73 n. Chr. auf Wunsch von Kaiser Vespasian erbaut, um seinen Sieg über Vitellius zu feiern. Brescia hatte in dieser Schlacht eine entscheidende Rolle gespielt und wurde mit einem Denkmal geehrt, das Rom würdig war.
Das Capitolium, das auf einem alten republikanischen Heiligtum errichtet wurde, war das zivile und religiöse Zentrum der Stadt. Dann kamen Plünderungen, Einstürze und Erdrutsche vom Colle Cidneo. Und der Tempel verschwand und blieb jahrhundertelang verschüttet.
Im Jahr 1823 brachte die Stadt ihn wieder ans Licht. Die Gemeinde, die Bürger und die Universität von Brescia schlossen sich zusammen, um diesem Wunderwerk wieder eine Stimme zu geben. Drei Jahre später, im Jahr 1826, kam es zu einem epochalen Fund: In der Mauer hinter dem Tempel tauchten außergewöhnliche römische Bronzeskulpturen auf, darunter die Vittoria Alata, heute Symbol der Identität Brescias.
Zwischen 1935 und 1938 wurde ein Teil des Capitoliums wieder aufgebaut: Säulen, Pronaos und Cella wurden wieder sichtbar, auch wenn das ursprüngliche, viel ehrgeizigere Projekt nie fertiggestellt wurde. Einige Elemente des Tempels waren inzwischen bereits in anderen Gebäuden wiederverwendet worden, wie beispielsweise in der Kirche Santissimo Corpo di Cristo.
Heute erreicht man das Capitolium, indem man 4,5 Meter Geschichte hinaufsteigt. Der Grundriss ist klassisch: drei Zellen und eine monumentale Fassade mit sechs Säulen (Hexastyle), aber mit architektonischen Variationen, die vom Genie der Erbauer zeugen. Auch wenn nur noch eine einzige Originalsäule erhalten ist, ist die Wirkung beeindruckend. Und noch beeindruckender ist es, wenn man darin steht.
Seit 2011 gehört das Capitolium zusammen mit dem Museum Santa Giulia zum UNESCO-Weltkulturerbe „Langobarden in Italien: Orte der Macht (568-774 n. Chr.)”.
Im Jahr 2023 erhielt es auch den prestigeträchtigen Blauen Schild, ein internationales Symbol für den Schutz von Kulturgütern im Falle bewaffneter Konflikte, das durch die Haager Konvention von 1954 festgelegt wurde.



Photo credit: FotoStudio Rapuzzi


